Arbeiten in der Höhe: Sicher durch die Baumwipfel
Hoch oben in den Kronen der Schwarzkiefern beginnt für die Zapfenpflücker von Thüringen Forst Anfang März der Arbeitstag. Auf einer Plantage am westlichen Rand Thüringens ernten sie die Zapfen der Schwarzkiefer – Grundlage für die nächste Generation klimastabiler Wälder. Die Schwarzkiefer ist eine robuste Pionierbaumart, die sich aufgrund geringer Standortansprüche und hoher Trockenheitsresistenz als Alternative zu heimischen Baumarten eignet. Besonders im Klimawandel bietet sie Chancen für die Aufforstung nährstoffarmer oder trockener Standorte.
Ausgerüstet mit Steigeisen, Helm und Kletterausrüstung verbringen die Männer ihren Arbeitstag gesichert in Seilen oder auf einer Hubarbeitsbühne. Mit Pflückhaken ziehen sie Äste zu sich heran und sammeln die noch geschlossenen Zapfen in einem Beutel an ihrem Klettergurt.
Die Arbeit in den Bäumen setzt eine hohe körperliche Fitness voraus. Trotz umfangreicher Kletterausbildung, geprüftem Klettergeschirr und über Jahre aufgebauter Erfahrung bleibt das Risiko eines Absturzes aus Höhen von bis zu 60 m bestehen. Deshalb muss jeder Handgriff sitzen.
Sicherheit nach dem STOP-Prinzip
Um diese Gefährdung so gering wie möglich zu halten, wird nach dem STOP-Prinzip gehandelt: Substitution, technische, organisatorische und personenbezogene Schutzmaßnahmen.
Eine technische Maßnahme, die bereits umgesetzt wird, ist der Einsatz einer Hebebühne. Doch selbst modernste Technik stößt im Wald an ihre Grenzen. Zwischen den Baumreihen fehlen häufig tragfähige und ebene Aufstellflächen für eine Hubarbeitsbühne. Dann bleibt nur der Aufstieg mit Seil und Kletterausrüstung.
Organisatorisch wird die Zahl der Einsätze im Thüringen Forst sorgfältig geplant und gebündelt. Die Ernte darf nur bei entsprechend guter Witterung durchgeführt werden: bei Sturm, Gewitter oder Vereisung müssen die Arbeiten umgehend eingestellt werden. Zudem wird in Gruppen gearbeitet, um im Notfall schnelle Hilfemaßnahmen gewährleisten zu können. Dazu gehört auch die Erstellung und Umsetzung eines besonderen Rettungsplanes für die Höhenrettung.
Ist der Einsatz der Hebebühne wegen des dichten Baumbestandes oder der Bodenbeschaffenheit nicht möglich, kommt die persönliche Schutzausrüstung (PSA) zum Einsatz, die Helm, Handschuhe, rutschfeste Schuhe, wettergerechte und eng anliegende Arbeitskleidung sowie Seile und das Klettergeschirr mit Auffanggurten umfasst. Die Rettungsübung muss jedes Jahr unterwiesen und praktisch geübt werden. Außerdem gehört die jährliche sachkundige Überprüfung der Kletterausrüstung zu den notwendigen organisatorischen Schutzmaßnahmen. Auch die persönlichen Voraussetzungen sind für die Durchführung dieser Arbeiten in den Baumwipfeln wichtig. Schwindelfreiheit und körperliche Fitness werden vor dem ersten Einsatz im Rahmen einer Eignungsuntersuchung ärztlich festgestellt.
Nach der Ernte werden die Zapfen auf den Klengböden nachgereift, später die Samen von den Zapfen getrennt und die Samen zu neuen Bäumen herangezogen. Als ausgebildete Forstwirte begleiten die Zapfenpflücker diesen Weg oft bis zur Pflanzung. So entsteht aus ihrer Arbeit heute der Wald von morgen – und vielleicht der Arbeitsplatz der nächsten Generation Zapfenpflücker.
Kontakt
Frau Münzberg
Aufsichtsperson
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Herr Zschetzsche
Aufsichtsperson i. V.
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